Präzision in Perfektion

Wer auf die Jagd geht, erwartet optimale Leistung von seiner Munition. Aber nur die beste Munition garantiert eine waidgerechte und erfolgreiche Jagd. RWS-Büchsenpatronen erfüllen höchste Ansprüche hinsichtlich Sicherheit und Leistungsfähigkeit.  

Dafür sorgt ein Produktionsprozess, bei dem Präzision an oberster Stelle steht. Jede einzelne RWS-Patrone wird in über 100 Einzelschritten auf ihre Qualität geprüft. Erst wenn alle Komponenten – vom Anzündhütchen über Hülse und Pulver bis zum Geschoss – dieses anspruchsvolle Verfahren erfolgreich durchlaufen haben, erfolgt die Freigabe zur Laborierung. 

Auch hier steht die Qualitätssicherung an erster Stelle. Bei der Laborierung werden die Komponenten genauestens aufeinander abgestimmt. Der Fertigungsprozess legt strengsten Wert auf die Einhaltung der im Beschussgesetz festgelegten Parameter. Hinzu kommen die hohen Ansprüche, die RWS hinsichtlich Ballistik und Präzision in vielen Jahren entwickelt hat.  

Ein weiterer Qualitätsfaktor dieses hochwertigen Produktionsprozesses sind unsere Mitarbeiter. In vielen Fällen selbst begeisterte Jäger, fließen ihre Erfahrungen ständig in die Herstellung der RWS Büchsenpatronen ein. Für präzise Produkte in Perfektion.   

Perfekt bis ins kleinste Detail 

RWS Patronen

Die perfekte Patrone zeichnet sich durch die hohe Güte ihrer Komponenten und deren optimaler Abstimmung aus. RWS-Patronen erfüllen diesen Anspruch in jeder Hinsicht – vom Anzündhütchen über Hülse und Pulver bis zum Geschoss. Das garantiert unser hochwertiges Laborierungsverfahren.

Jede Hülse erhält zunächst das genau auf sie abgestimmte Anzündhütchen. Anschließend wird bei baugleichen Geschossen die Ringfuge lackiert, um innerhalb eines Kalibers schwere und leichte Geschosse sicher unterscheiden zu können. Für eine absolut gleichmäßige Ballistik wird das Pulver in feinsten Dosierungen hinzugefügt. Das Setzen des Geschosses ist absolute Maßarbeit. Die Kontrolle der Patronenlänge garantiert maximale Präzision, das Kneifen des Hülsenmundes sorgt für einen sicheren Geschosssitz. 

Jeder dieser Schritte wird sowohl von elektronischen als auch von Sichtkontrollen begleitet. Die genaue Überprüfung der Ladefähigkeit jeder Patrone in der Waffe (Lehre) vor dem Verpacken schließen diese Prüfungen ab.  

Weit mehr als eine leere Hülse

Ein anspruchsvoller Produktionsablauf sorgt für den anerkannt hohen Qualitätsstandard unserer RWS-Hülsen. Das Stanzen der Bänder erfolgt nach einer detaillierten Eingangskontrolle in unserem Labor. Die Näpfe werden mit bis zu 150 t gepresst und anschließend in mehreren Arbeitsgängen zur Hülse gezogen. Immer wieder werden die Hülsen geglüht, gebeizt und gespült. Das mehrfache Glühen optimiert die Struktur des Materialgefüges: Die Hülse kann durch ein optimales Liderungsverhalten die Gasdrücke beherrschen – es wird ein intelligentes Material geschaffen, das sich je nach Druck ausdehnt und in den ursprünglichen Zustand zurückkehrt.  

Das Beizen und Spülen sorgt für die brillante Optik der RWS-Hülsen. Durch das zweimalige Pressen des Hülsenbodens und der Zündglocke wird die Hülse in diesem Bereich extrem hart. Dieser hohe Härtegrad garantiert einen sicheren Sitz des Anzündhütchens und vermeidet Zündglockendehnungen bei hohem Gasdruck. Nach dem Einziehen von Hülsenmund und – schulter wird der Zündkanal gelocht, der Rand gedreht und die Hülse erneut abgelängt. Ein letztes Mal wird der Hülsenmund geglüht. Nach jedem dieser Arbeitsschritte erfolgt eine händische Maßkontrolle mit unterschiedlichen Lehren für höchste Maßhaltigkeit der Hülsen. 

Bei der abschließenden hundertprozentigen Sichtkontrolle steht die Optik im Mittelpunkt – nicht maßhaltige Hülsen sind zu diesem Zeitpunkt längst aussortiert. Zur Kontrolle ihrer Qualität werden die fertigen Hülsen einer extrem überhöhten Beanspruchung unterzogen: Die Probelaborierungen werden mit 10 % Überdruck in speziell präparierten Prüfläufen mit teilweise unzulässigen Verschlussabständen von 0,2 mm bis 0,4 mm beschossen. Diese Verschlussabstände sollen am Markt real existierende und ausgeschossene Waffen simulieren. Zudem werden sie mit 30 % Überdruck in Prüfläufen beschossen, die nach CIP-Vorgaben gefertigt sind. 

Dieses Prüfprogramm geht weit über die gesetzlichen Forderungen hinaus. Selbst andere Hersteller attestieren uns eine kompromisslose Prüfmethode, die eventuelle Mängel in der Treibladungshülse zuverlässig aufdeckt. Schließlich müssen Hülsen von Büchsenpatronen extremsten Gasdrücken von bis zu 7.000 bar standhalten und gelten als Lebensversicherung des Schützen. Damit Sie stets auf der sicheren Seite sind, haben wir diesen anspruchsvollsten Test der Branche entwickelt. Eine Hülse, die unsere Qualitätskontrolle passiert, ist von besonderem Format: Sie ist eine RWS.

Peter Eismann (Meister Hülsenproduktion bei RWS und Jäger)

"RWS Hülsen stehen für Sicherheit und Qualität. Das mag abgedroschen klingen, aber wir tun auch viel dafür. Das fängt in unserem Materialprüflabor an, das alle Rohmaterialien genauestens unter die Lupe nimmt, und hört mit einer 100% Sichtkontrolle durch speziell geschultes Personal auf. Genaueste Vermaßungen und das Reinigen der Hülsen nach jedem Arbeitsschritt sind für uns eine Selbstverständlichkeit. So erreichen wir Maßhaltigkeit und brillante Optik. Beides für mich absolut bedeutende Faktoren und ich glaube dieser Aufwand ist einzigartig in der Branche."

 

 

Zündung mit Sicherheit

Das kleinste Teil der RWS-Patrone setzt Standards in der Welt 

  1. Die lackierte Versiegelung schützt zuverlässig gegen Feuchtigkeit
  2. Der Anzündsatz ist eine ausgeklügelte Komposition aus Primärexplosivstoff, Sensibilisator, Oxidationsmittel und Reduktionsmittel und sorgt für einen sicheren und nachhaltigen Anbrand des Pulverbettes 
  3. Die Kapsel gewährleistet durch innovative Beschichtungen einen Schutz auch bei extremen Witterungseinflüssen 
  4. Die Form und der perfekte Sitz des Ambosses bewirken eine sichere und schnelle Anzündung 

 

Die Produktion der Anzündhütchen erfolgt auf einer hochmodernen Fertigungsanlage. Sie umfasst die Schritte Stanzen, Napf ziehen, Zündsatz einbringen, Trocknen und Pressen, ehe der Amboss eingedrückt wird. Mit modernsten optoelektronischen Prüfmitteln untersuchen wir sie auf Abweichungen in Aufbau und Maßhaltigkeit. Die Anzündempfindlichkeit stellen wir so genau ein, dass die Zündung bei einem ausreichend tiefen und zentrischen Aufschlag durch den Schlagbolzen der Waffe mit 100%iger Sicherheit erfolgt. 

Unser Anzündsatz erfüllt dabei höchste Anforderungen. Dazu hat RWS bereits 1918 einen Standard entwickelt, der sich weltweit durchgesetzt hat: die quecksilberfreie Sinoxid-Technologie. Sie basiert auf den Stoffen Trizinat und Tetrazen. Trizinat ist sehr lagerbeständig und besitzt hervorragende Anzündwirkungen. Die Zumischung von Tetrazen steuert die Empfindlichkeit des Anzündhütchens. 

Damit gewinnen wir einen Anzündsatz, der sich durch eine hohe Funktionszuverlässigkeit und große Sicher- heit in der Handhabung auszeichnet: Die Mischung ist empfindlich genug, aber so unempfindlich wie möglich – der Schuss wird absolut verlässlich ausgelöst. Größtmögliche Präzision garantiert der gleichmäßige Abbrand, der für eine entsprechende Treffgenauigkeit sorgt. Außerdem ist dieser Anzündsatz frei von Quecksilber. Schließlich schont die Sinoxid-Technologie die Waffe, indem sie die Bildung waffenschädlicher Rückstände vermeidet. 

Doch damit nicht genug. Die neueste Anzündtechnologie Super Clean (Sintox) verfügt zusätzlich über eine ausgesprochene Temperaturunempfindlichkeit und garantiert höchste Funktionssicherheit auch unter extremsten Bedingungen: zwischen -60 und +60 Grad Celsius. Da zudem der Bleigehalt in diesem Anzündsatz auf null reduziert wurde, erfolgt keine Schwermetallbelastung in direkter Umgebung des Schützen bzw. für die Standaufsicht beim Training in Indoor-Schießanlagen. 

Super Clean – der Weltstandard von morgen.

Dr. Ulrich Bley (Leiter Chemisches Labor bei RWS)

"Die Anzündtechnologie ist eine unserer Kernkompetenzen. Das vermeintlich kleinste Teil der Patrone ist mitentscheidend für die Funktion der gesamten Patrone. Die Anzündung steht für gleichmäßigen Abbrand des Pulvers und sorgt damit im Endeffekt für Präzision und Sicherheit. Hier in Fürth sind die Weltstandards in Sachen Anzündsatz gesetzt worden. Der SINOXID - Satz ist momentan der Standard bei nahezu jeder Büchsenpatrone von Qualität. Ebenfalls aus unserem Hause kommt der SINTOX - Anzündsatz, besser bekannt als Super Clean. Dieser schwermetallfreien Anzündung gehört unserer Meinung nach die Zukunft!" 

 

 

Die Mischung machts

Pulver ist nicht gleich Pulver. Allerdings bestehen Treibladungspulver hauptsächlich aus gelatinierter Nitrozellulose mit speziellen Zusätzen: Einbasiges Treibladungspulver ist ein auf Basis von reiner Nitrozellulose hergestelltes Pulver. Bei Munition mit verhältnismäßig geringem Geschossgewicht, jedoch hoher Mündungsgeschwindigkeit – sprich Hochleistungsmunition mit gestreckter Flugbahn – reicht die Energie der reinen Nitrozellulose nicht aus. Hier kommen zwei- oder dreibasige Treibladungspulver zum Einsatz, bei denen eine erhöhte Zugabe von Nitroglycerin oder verwandter Stoffe für stärkere Energie sorgt. 

Grundstoffe, Geometrie und Oberflächenbehandlung bestimmen, wie das Pulver abbrennt. In Büchsenpatronen werden vorwiegend progressive Treibladungspulver geladen: hier brennt das Pulver zunächst langsam ab, mit zunehmender Dauer aber immer schneller. 

RWS verarbeitet über 40 Treibladungspulver, die wir nach unseren Spezifikationen von renommierten europäischen Herstellern beziehen. Vor der Verwendung prüfen wir im Labor, ob die spezifizierten Eigenschaften des jeweiligen Pulvers eingehalten werden. Außerdem ist RWS an der Entwicklung verschiedenster Pulveradditive maßgeblich beteiligt. So stellen wir sicher, dass unsere Büchsenpatronen spezielle Zugaben enthalten, die zum Beispiel vor Laufverschmutzung schützen oder Mündungsfeuer reduzieren (Flash Control).

Absolut wirksam - Geschosse von RWS

Als weltweit einziger bedeutender Hersteller von Büchsenpatronen stellt RWS Jagdgeschosse ausschließlich in eigener Fertigung her. Dabei greift RWS auf ein hoch spezialisiertes Fachwissen zurück, das sich in mehr als 100 Jahren erfolgreicher Arbeit kontinuierlich entwickelt hat und heute das Herz der Produktion ist. 

Die Herstellung unserer Spezialgeschosse ist weit mehr als die Zusammenführung von Mantel und Kern. Um die erforderliche Bandbreite an Geschossen von herausragender Qualität herstellen zu können, verfügt RWS über eine hochkomplexe Fertigungsanlage. Modernste Technik sorgt hier für die optimale Gestaltung von Geschossoberfläche und Geschosskern, wobei wir jeden Arbeitsschritt auf Maßhaltigkeit überprüfen: Den Bleidraht ziehen wir – je nach gewünschter Ballistik – in sechs unterschiedlichen Härten. Der Mantelnapf wird mehrfach gezogen und abgelängt. Je nach Geschossart werden ein oder zwei Bleikerne eingepresst und spezifische Merkmale wie ballistisch optimierte Oberflächen und funktionale Rillen angebracht. Nach dem Kalibrieren des Geschosses erfolgt eine 100%ige Sichtkontrolle. 

Die Herstellung umfasst zum Teil mehr als 14 Arbeitsschritte und 11 Qualitätsprüfungen. Engmaschige Kontrollen, bei denen Geschosse zu Patronen laboriert und nach den strengen RWS-Spezifikationen geprüft werden, garantieren ihre außergewöhnliche Präzision und absolute Zuverlässigkeit. Diesem Qualitätsanspruch fühlt sich RWS verpflichtet und entwickelt ihn kontinuierlich weiter.

Generell unterscheidet man 3 Arten von Geschossen

Das Deformationsgeschoss 

pilzt mit dem Auftreffen auf den Wildkörper auf und bleibt dabei massestabil. Es ist so konzipiert, dass es kaum Gewicht im Wildkörper verliert. 

Beispiel EVOLUTION: die Wirkung wird in erster Linie durch die Querschnittsvergrößerung des sich gleichmäßig aufpilzenden Geschosses und des gleichbleibenden Gewichtes erzielt.

Teilzerlegungsgeschosse 

sind so konstruiert, dass sie sich bis auf einen definierten Restkörper kontrolliert zerlegen. Beispiel DOPPELKERN: dieses Teilzerlegungsgeschoss behält stets eine Restmasse von 60 %. Ein Teilmantelgeschoss wie das KS oder TM gehört auch zu den Teilzerlegern, wobei der Restkörper je nach Zielwiderstand und Geschossgeschwindigkeit leicht variiert. Das Wirkprinzip dieses Geschosstyps basiert auf der massiven organischen Zerstörung durch die kontrolliert abgegebenen Geschossfragmente und dem definierten Restkörper. Die Sogwirkung des Restkörpers sorgt dafür, dass die Fragmente des vorderen Kerns den Wildkörper größtenteils verlassen.

Das Vollmantelgeschoss 

gehört zu den form- und massestabilen Geschossen. Es zerlegt sich nicht und deformiert je nach Zielwiderstand nur minimal. Tiefenwirkung und Energieabgabe werden durch spätes „Querstellen“ des Geschosses im Wildkörper erreicht. 

 

Die Entwicklung unserer Geschosse wird mit weit über 1.000 Abschüssen in unseren Testrevieren wissenschaftlich begleitet. Zusätzlich führen wir Testbeschüsse auf Gelatine durch, deren Dichteverhältnis dem Muskelfleisch am besten entspricht. Die Ergebnisse geben Auskunft darüber, wie die Geschossenergie im Wildkörper wirkt. Der Beschuss von Gelatineblöcken wird ergänzt durch die Erlegung einer statistisch validen Anzahl von Wildstücken, um so alles in allem die innen-außen- und zielballistische Wirkung der Geschosse exakt beurteilen zu können. Auf den Seiten 30 bis 38 sind die Gelatineblockbeschüsse unserer RWS-Spezialgeschosse (Diameter .30) dargestellt. Die High-Speed- Filme auf www.rws-munition.de zeigen in beeindruckender Weise die Wirksamkeit unserer Spezialgeschosse.

Simulierte Wundhöhle im Gelatineblock:

Friedrich Müller (Meister Beschussabteilung bei RWS)

"Meine Familie betreut seit über einem halben Jahrhundert das RWS Testrevier süd-westlich von Nürnberg. Schon seit langem führe ich deshalb die Erprobungen mit Neuentwicklungen durch. Ich stelle immer wieder fest, dass die Spezialgeschosse in Bezug auf ihre Augenblickswirkung einen absoluten Vorteil haben: die Stücke sind schnell am Boden – ohne lange Flucht. Gerade wenn Gäste im Revier sind, die sich auch mal an anderen Produkten versuchen, erlebe ich den Unterschied." 

 

 

Die richtige Wahl des Kaliber

Um bei der Wahl des Kalibers auf der sicheren Seite zu stehen, gilt es, die vollständige Kaliberbezeichnung mit allen eventuellen Zusatzangaben zu beachten. Beispiel 7 x 64: die erste Zahl „7“ gibt den Geschossdurchmesser, das abgerundete Kaliber des Büchsenlaufs beziehungsweise des Geschosses in Millimeter an. Die Zahl „64“ bezeichnet die Hülsenlänge, ebenfalls in mm. 

In englischsprachigen Ländern werden Kaliber üblicher- weise in Zoll (1 Zoll = 2,54 cm) angegeben, ohne die Hülsenlänge zu berücksichtigen. Stattdessen erscheinen häufig Angaben zur Entstehungsgeschichte des Kalibers. Bei der „ 30-06“ zum Beispiel handelt es sich um das Kaliber 0.30 Zoll und das Konstruktionsjahr 1906. Oft wird auch der Hersteller genannt, der die Patrone erstmals auf den Markt brachte, wie bei der 6,5 x 65 RWS oder der .30R Blaser. 

 

Schonzeitkaliber 

Als Schonzeitkaliber bezeichnet man diejenigen Kaliber, die für die Jagd während der Schonzeit von Hochwild und Niederwild gerne verwendet werden. Dabei handelt es sich in der Regel um kleinkalibrige Munition, wie z. B. die .22 Hornet.  

Die Ringfugenlackierung 

Patronen gleichen Kalibers können unterschiedlich schwere Geschosse gleicher Konstruktion haben. RWS macht es leicht, die richtige Patrone zu erkennen: Patronen mit schweren Geschossen haben eine Ringfugenlackierung – eine rote bzw. grüne Kennzeichnung des Anzündhütchens. 

Innerhalb eines Kalibers gilt:  

  • Geschoss mit leichtesten Gewicht: keine Ringfugenlackierung
  • Geschoss mit mittlerem Gewicht: grüne Ringfugenlackierung
  • Geschoss mit schwerstem Gewicht: rote Ringfugenlackierung

Sonderfall 8 x 57 IS / IRS 

Von der Patrone 8 x 57 existieren bei RWS zwei Kaliber (IS, IRS) nebeneinander: bei gleicher Hülsenlänge von 57 mm weisen sie nur einen geringen Unterschied in ihren Feld- und Zugkalibern auf. Um diese sicher auseinanderhalten zu können, tragen die Patronen mit dem größeren Geschossdurchmesser die Zusatzbezeichnung S. RWS-Patronen weisen zusätzlich eine schwarz lackierte Ringfuge auf.

Die Verpackung - Informationen an die Hand

Damit man auch im Revier die ballistischen Leistungsmerkmale schnell zur Hand hat, enthält jede RWS-Verpackung diese Informationen in übersichtlicher Form. Eine spezielle Klappkarte auf der Rückseite der Verpackung bietet eine detaillierte Darstellung des Geschosses, dessen Wirkweise und weitere praktische Informationen für die Jagd.

Abtrennbare Klappkarte mit ballistischen Daten und Einzelheiten zum Geschoss für die Verwendung auf der Jagd

  1. Ballistische Daten metrisches System für treffgenaue Haltepunktkorrekturen oder die Verwendung von Absehenschnellverstellungen sowie ballistischer Absehen 
  2. Stadien der Geschossdeformation / -zerlegung zur Illustration des Wirkprinzips
  3. Geschosstyp 
  4. Kaliberangabe 
  5. Geschossgewicht in Gramm und Grains (1 Grain = 0,0648 Gramm) 
  6. Ballistische Daten imperiales System 
  7. Das Fertigungszeichen bzw. die Losnummer (2 Ziffern und 2 Buchstaben) gibt Auskunft darüber, zu welcher Fertigungsserie die vorhandenen Patronen gehören  

Doris Adam (International Sales Manager bei RWS) 

"Die neue RWS - Verpackung beinhaltet letztendlich alles, was ein Jäger an Informationen benötigt, um die Frage zu beantworten: „Ist dies das Geschoss, das ich brauche?“ Auf einen Blick werden die Produktvorteile dargestellt und er sieht im Bild die Funktion des jeweiligen Geschosses. Bei unserer immens großen Produktvielfalt ist es uns wichtig, Orientierung zu geben. Gerade in Kombination mit den Broschüren, der RWS-Website und der neuen RWS-App findet jeder das für ihn optimale Geschoss oder auch Kaliber. Sozusagen von Jägern für Jäger."

 

 

Ballistik - Sicher ans Ziel

Ballistische Grundlagen 

Die Ballistik ist die „Lehre vom Schuss“. Man unterscheidet hierbei vier Bereiche: 

Die Innenballistik umfasst alle Vorgänge bei der Schussentwicklung wie Gasdruck und Geschossgeschwindigkeit vom Patronenlager bis zur Laufmündung. Der Begriff „Freiflug“ bezeichnet dabei die Strecke des rotationslosen Geschossweges, auf der das Geschoss sich nicht mehr im Hülsenhals befindet, ohne aber in die Felder (erhabene Teile im Lauf) eingepresst worden zu sein. Züge (Vertiefungen im Lauf) und Felder geben dem Geschoss eine stabilisierende Eigendrehung (Rotation/ Drall) um die Längsachse. 

Die Mündungsballistik bezeichnet die Vorgänge an der Laufmündung einer Waffe beim Verlassen des Geschosses. 

Die Außenballistik behandelt den Flug des Geschosses vom Verlassen der Laufmündung bis zum Ziel unter Berücksichtigung aller Außeneinflüsse wie Erdanziehungskraft, Luftwiderstand oder atmosphärische Einflüsse. 

Die Zielballistik schließlich betrifft die Wirkung des Projektils im Ziel.   

 

Ermittlung ballistischer Daten 

Bei den ballistischen Daten für RWS-Büchsenpatronen handelt es sich nicht um absolute Werte, sondern um Mittelwerte aus vielen Messungen mit Waffen verschiedener Fabrikate. Durch beispielsweise unterschiedliche Lauflängen können die Werte stärker beeinflusst werden. Diese Beschussergebnisse werden unter gleichen Versuchsbedingungen von allen Patronen in unseren physikalisch-ballistischen Laboratorien gewonnen und ausgewertet. Generell gelten die in den ballistischen Daten abgegebenen Werte für einen waagerechten Schuss bei 0 m Meereshöhe. 

 

Die Flugbahnkurve 

Neben den Angaben zur Patrone wird die Lauflänge angegeben. Bei den Kalibern der RWS-Büchsenpatronen beträgt sie im Allgemeinen 600 mm. Ist die Lauflänge der Waffe schon um wenige mm kürzer oder länger als der angegebene Wert, nimmt die Geschwindigkeit bei Standardpatronen entsprechend ab oder zu. Bei Hochleistungspatronen kann dieser Wert um bis zu 20 m/s schwanken. Dabei ist zugrunde gelegt, dass das Zielfernrohr so montiert ist, dass der Abstand zwischen Visierlinie und Seelenachse 5 cm beträgt. Die positiven Werte bedeuten Hochschuss, die negativen Tiefschuss. 

 

Die günstigste Einschießentfernung – GEE 

Als GEE wird der Punkt bezeichnet, an dem die Geschossflugbahn zum zweiten Mal die Visierlinie schneidet. Dabei darf sich das Geschoss nicht weiter als 4 cm von der Visierlinie entfernen. Im abgebildeten Beispiel muss also bis zu einer Entfernung von 209 m der Haltepunkt nicht verändert werden. Das Einschießen ist dennoch auf 100 m möglich. Bei einer 7 x 64 beispielsweise müsste auf diese Entfernung die Waffe dann einen Hochschuss von 4 cm haben, um ohne Haltepunktkorrekturen die 209 m des Beispieles 7 x 64 ausnutzen zu können. Optimal zum Einschießen ist die RWS-Anschuss-Scheibe mit den entsprechenden Hinweisen zum treffgenauen Einschießen. (Erhältlich als Download unter www.rws-munition.de

RWS ist bekannt dafür, dass sich die Treffpunktlage von Los zu Los kaum verändert. Trotzdem sollte bei Anbruch einer Patronenschachtel mit anderer Losnummer der obligatorische Probeschuss eine Verpflichtung sein.    

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